Jazz – Für Spätaufsteher beim Frühstücksbrunch oder abends im Jazzkeller

Informationen über JazzmusikDer Jazz ist eine der Musikrichtungen, die aus den USA den Weg über den großen Teich nach Europa gefunden haben. Wie üblich, zunächst über ‚die Insel‘, dann nach Deutschland und in die Nachbarstaaten. Der Jazz wurde in den Südstaaten der USA entwickelt und prägte dort in den Jahren des Wechsels vom 19. zum 20. Jahrhundert den Musikstil der Afroamerikaner, also der US-Bürger mit Vorfahren aus Afrika. Jazz gilt als ein klassischer Crossover-Musikstil, der andere Musikstile wie Pop oder Folk einbeziehen kann.

Fünfzig Jahre Jazz – Vom New Orleans Jazz bis zum Cool Jazz

Die afrikanische Musikkultur in ihrer angloamerikanischen Präsentation wird durch verschiedene Elemente ausgedrückt, und hier in allererster Linie durch Rhythmik sowie Bewegungsgefühl. Jeder gute Jazzsänger vermittelt und verkörpert diese Eigenschaften. Der New Orleans Jazz wird mit der Musik der Marching Bands ebenso verbunden wie mit Louis Armstrong. Dominierend war die Trompete, als Instrument und somit der Trompeter als Musiker. Ausgangspunkt war die Stadt New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana. Noch heute ebenso bekannt wie beliebt ist der Dixieland Jazz. Er ist eine Variante der Jazzmusik, die damals von den farbigen Jazzbands gespielt wurde. Wegen der damaligen Rassentrennung spielten schwarze und weiße Jazzgruppen getrennt. Eine deutliche Abgrenzung des Dixieland Jazz vom New Orleans Jazz gab es letztendlich nicht, und vielfach wurden beide Jazzvarianten von allen Jazzbands gespielt. Daraus ergaben sich dann der Chicago Style, der New Orleans Traditional und das West Coast Revival.

Im Chicago der 1920er Jahre wurde der New Orleans Jazz zum Chicago Jazz. Neu war beim Chicago Jazz das Saxofon als ergänzendes Instrument. Schon ab Mitte der 1920er Jahre entwickelte sich als Nächstes der Swing. Es sind alles uns noch heute bekannte Jazzrichtungen, die vielfach auch als Popmusik wahrgenommen werden. Der Swing machte den Jazz erst richtig bekannt und war innerhalb des Jazz die beliebteste Musikrichtung. In Europa wurde in den 1930er Jahren der Gypsy Jazz gespielt, bei dem Geige und Gitarre zur instrumentalen Grundausstattung gehörten; ein Tribut an die europäischen Musiktraditionen.

Die Weiterentwicklung des Jazz

Mit dem Bebop kam der Neue Jazz, und in seiner Folge auch der Latin Jazz. Während in Europa der Zweite Weltkrieg stattfand und danach der Wiederaufbau begann, wurde in den USA mit Bebop und Latin Jazz der Swing abgelöst oder besser gesagt, weiter entwickelt. Latin Jazz beinhaltet, wie das Wort sagt, südamerikanische und auch brasilianische Popmusik sowie Musikelemente aus der Karibik.
Ab den 1970er Jahren wurde der originäre Jazz mehr und mehr fusioniert, das heißt mit anderen Musikstilrichtungen wie Rock kombiniert. Die Jazzmusiker nutzten Elektroinstrumente wie E-Gitarre oder E-Piano und spielten darauf afroamerikanische Popmusik mit den typischen rhythmischen Strukturen. Derartige Kombinationen erfolgten auch in umgekehrter Richtung, sodass bald von Jazzrock und Rockjazz die Rede war.

Der Jazz ist heutzutage in Deutschland ein beliebter Studiengang. Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es an Musikhochschulen Angebote für Jazz. Mehrere Bundesländer organisieren und prämieren Wettbewerbe, wie beispielsweise ‚Jugend jazzt‘. Diese Nachwuchsmusiker spielen überwiegend die bisherigen Formen des Jazz, angefangen beim New Orleans Jazz, neue musikalische Jazzgestaltungen sind hier eher die Ausnahme.

Photo: artivista | werbeatelier – Fotolia

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