Hip-Hop und die Entwicklung dieser neuen Musikrichtung

Informationen über Hip-Hop MusikHip-Hop ist nicht nur eine Musikrichtung, sondern eine Weltanschauung. Ursprünglich in den Wurzeln der Soul- und Funkmusik der afro-amerikanischen Bevölkerung beheimatet, setzt sich Hip-Hop aus mehreren Elementen zusammen. Den Begriff selbst haben die Pioniere dieses Lebensstils, DJ Hollywood bzw. Lovebug Starski, geprägt.

Was gehört dazu?

Zum Hip-Hop gehören Breakdance, Graffiti-Writing, MCing und DJing. Der Sprechgesang geht auf das jamaikanische Toasting zurück. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Sprechgesang, der im Reggae, Dub und Dancehall eingesetzt wird. Ursprünglich fungierten die DJs lediglich als Moderatoren. Im Laufe der Zeit entwickelten sie diese Art des Sprechgesangs, aus dem später der Rap geboren wurde. Rap hat im Vergleich zu Toasting eine definitiv unterschiedliche Melodie und einen anderen Rhythmus.

Entwicklung des Rap

In den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts fingen Pioniere dieser Jugendkultur an, z. B. als DJ nur den Beat eines bestimmten Stückes zu wiederholen bzw. zwei verschiedene Beats zusammenzuspielen. Die ersten Breakdance Tänzer, die sogenannten B-Boys, fingen an, zu diesen Beats zu tanzen und passende Moves (Bewegungen) zu machen. Die DJs verfeinerten ihre Künste weiter, indem sie zwei Stücke zusammen mixten. Sie ließen bestimmte Abschnitte durch Scratchen, Phasing oder Backspinning (schnelles Rückwärtsdrehen des Vinyls) besonders klingen und schufen damit neue DJ-Techniken. Grandmaster Flash und Grandwizard Theodore haben sich bei der Erfindung dieser neuen Techniken besonders hervorgetan.

Die Anfänge des Raps waren einerseits von politischem Rap geprägt, wurden andererseits aber auch, wie schon erwähnt, von den MCs bzw. DJs nach jamaikanischem Vorbild entwickelt. Die MCs unterhielten in den Übergängen zwischen den Stücken die Gäste, animierten sie zum Tanzen oder versuchten sie zu erheitern.

Belege in Form einer Schallplatte gibt es nicht. Das erste Werk in Plattenform gab es erst ab 1979. Das Album Rapper’s Delight war ein Überraschungserfolg der Sugarhill Gang, der acht Millionen verkaufte Tonträger einbrachte. Als erster Rapstar ging Kurtis Blow mit seinem Christmas Rap in die Annalen ein. Er war seit seiner ersten Single bis weit in die Mitte der 80er Jahre mit seinen Werken auf der ganzen Welt von Erfolg gesegnet. Damit war er der erste große Star dieser Jugendkultur.

Vom Rap zum Hip-Hop

Schnell wurde ersichtlich, dass mit diesem Rap Umsätze erzielt werden konnten. Dementsprechend folgten weitere Künstler. „Weiße“ Sänger bzw. Sängerinnen bauten Rap-Abschnitte in ihre Werke ein. Die Musikindustrie hatte große Geschäftsmöglichkeiten gewittert. Als die Rap Welle nach Europa schwappte, sorgte der Sänger Falco Anfang der 1980er Jahre mit seinen Sprechgesängen für Aufsehen.

Die Themen der Rap-Stücke in Amerika änderten sich von anfangs eher oberflächlichen Texten zu sozialkritischen Werken. Mittlerweile hat sich der Hip-Hop, wie Rap später genannt wurde, auch mit anderen Musikrichtungen vermischt. Einflüsse von Klassik und Rockmusik gaben den Stücken neue Impulse. Endgültig abgelöst wurde die sogenannte „Old School“ durch eine sehr bedeutende Produktion der „New School“. Diese Ära wurde durch Public Enemy und deren höchst politische Texte auf „It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back“ abgelöst. Scheinbar coole und teilnahmslose Stücke über Gewalt und Verbrechen begründeten den Gangster Rap, die die Zustände in den Ghettos an Ost- und Westküste wiedergeben sollten. Hip-Hop entwickelt sich trotz oder wegen der Kommerzialisierung bis heute immer weiter.

Image von: M S – Fotolia

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